signet von  der Gemeinde Möglingen

Antje Spöri

Antje Spöri

Die Bürgermeisterin im Gespräch mit

Antje Spöri, Stabstelle Bürgerschaftliches Engagement

Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Mein Name ist Antje Spöri. Ich bin 56 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Geboren und aufgewachsen bin ich in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Nach meinem Studium an der Fachhochschule für Verwaltung in Kehl habe ich in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen gearbeitet. Der berufliche Werdegang meines Mannes hat uns vor 15 Jahren ins Schwabenländle umsiedeln lassen, und wir haben in den Löwensteiner Bergen eine neue Heimat gefunden. Seit 2009 bin ich hier im Rathaus in Möglingen tätig.

Bürgerschaftliches Engagement – ein sperriger Begriff. Was ist darunter zu verstehen? Was ist hier Ihre Aufgabe?

An die 2000 Menschen sind in unserer Gemeinde ehrenamtlich aktiv – das ist enorm! Dieses bürgerschaftliche Engagement hat sehr viele Gesichter – in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in der Gemeinde, im Verein oder in der Kirche, in vielfältigen privaten Initiativen, lokalen Agendagruppen oder bei den Rettungsdiensten wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Deutschen Roten Kreuz. Veränderungen erkennen und gestalten, das stellt insbesondere in Krisenzeiten eine große Herausforderung für Vereine und deren Ehrenamtliche dar. Veränderung ist auch die Triebfeder meines eigenen Engagements: Neue Engagierte gewinnen, die Veränderungen in der Verwaltung vorantreiben, auf neuen Kanälen sichtbar werden, gemeinsam in die Zukunft schauen. Es geht mir ums Machen, um das Verändern, um das gemeinsame Handeln. Ich möchte eine Unterstützung sein, den Wandel aktiv ausgestalten: durch Vernetzung und Beratung. Letztendlich ist das große Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Möglingen zu unterstützen und zu stärken.

Sie arbeiten schon sehr lange bei der Gemeinde Möglingen. Welche Aufgaben sind über das bürgerschaftliche Engagement hinaus in Ihrer Obhut?

Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit in der Bauverwaltung habe ich weiterhin die Themen wie z.B. das „Sanierungsgebiet Ortskern“, den Gemeindeentwicklungsplan und das Thema Fairtrade-Gemeinde in meiner Regie. Außerdem kümmere ich mich um die Grundstücksangelegenheiten der Gemeinde. Besonders freut es mich, Teil des neu gegründeten Teams für ein „Lebendiges Möglingen“ zu sein. Hier habe ich die Möglichkeit, mit meinen Teamkolleginnen kreativ neue Projekte zu entwickeln, eng an den Bedürfnissen der Möglinger Bürgerschaft orientiert.

Warum braucht es hierfür eine Stabsstelle? Was ist daran besonders?

Vieles, was Ehrenamtliche jeden Tag für Mitmenschen auf die Beine stellen, hat direkt oder indirekt mit dem gesellschaftlichen Wandel, ökologischen Herausforderungen oder technologischen Umbrüchen zu tun. Kurzum: mit Transformation. Die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement legt den besonderen Schwerpunkt auf genau dieses Thema. Um das vielfältige ehrenamtliche Engagement mehr in den Vordergrund zu stellen, die Arbeit zu bündeln und dem Ehrenamt eine Anlaufstelle in der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, wurde die Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement geschaffen. Mit neuen oder auch bewährten Ideen den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten und der Zivilgesellschaft Gehör in wichtigen Zukunftsdiskussionen verschaffen, dafür hat der Gemeinderat Ressourcen freigegeben.

Sie engagieren sich im Bereich Nachhaltigkeit und für einen gerechteren Welthandel. Was treibt Sie an? Welche Erfolge können Sie verzeichnen? Was ist noch zu tun?

Kürzlich stand ich auf dem „Weltacker“ der Bundesgartenschau in Mannheim. Er ist 2000 qm groß. Würden wir die gesamte Ackerfläche unserer Erde gerecht unter allen Menschen aufteilen, müssten jedem genau 2000 qm zur Verfügung stehen. Darauf müsste alles wachsen, was wir zum Leben brauchen. Tatsächlich ist die Welt-Ackerfläche nicht gerecht aufgeteilt. Wir Deutschen verbrauchen für unsere Lebensgewohnheiten mehr als das Doppelte. Es braucht Veränderung gegen diese ungerechte Nahrungsverteilung. Ein Schritt dabei ist, dass die Bevölkerung im sogenannten Globalen Süden mit seinen gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich benachteiligten Entwicklungs- und Schwellenländern, zumindest eine gerechtere und vor allem auskömmliche Bezahlung erhält. Seit über zwanzig Jahren suchen die Akteure der Möglinger Lokalen Agenda einen Konsens über Wege der nachhaltigen Entwicklung vor Ort und setzen diesen Konsens nach und nach in die Tat um. Leitsatz und Antrieb sind: „Nur, wenn wir es schaffen, ökonomisch nachhaltig zu wirtschaften, ökologisch verträglich zu handeln und sozialen Ansprüchen gerecht zu werden, kann es eine Zukunft für unsere Kinder und Enkel geben.“ Besonders stolz bin ich, dass die Gemeinde Möglingen seit 2019 als Fairtrade-Gemeinde zertifiziert ist. Viele Aktionen der Fairtrade Steuerungsgruppe haben sich erfolgreich etabliert und sind fester Bestandteil des Gemeindelebens. Wir wissen alle in der Frage des nachhaltigen Konsums, was jetzt zu tun ist: Weniger und wertiger konsumieren. Dafür gilt es, sich einzusetzen und weitere Menschen als Multiplikatoren zu gewinnen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Arbeit in Zukunft?

Für mich ist klar: Persönliche Beziehungen und Vernetzung sind der Kurbeltrieb meines eigenen Engagements. Ein wichtiger Leitsatz für mich ist: „Die Zukunft beginnt heute – also packe ich es an!“. Dabei ist mir ein besonderes Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und den ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern zu stärken und weiter auszubauen. Nehmen Sie die Gelegenheit war, kommen Sie auf mich zu.