signet von  der Gemeinde Möglingen

Vorbereitungen auf eine mögliche Gasmangellage


Nach aktueller Informationslage ist eine Verschärfung der Energiekrise in den kommenden Wochen und Monaten sehr wahrscheinlich.

Um auf alle Szenarien vorbereitet zu sein, haben sich die Städte und Gemeinden Asperg, Ditzingen, Eberdingen, Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Möglingen, Schwieberdingen, Tamm und Vaihingen an der Enz zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. In einem ersten Treffen in Ditzingen haben sich die Kommunen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt.

Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über die Maßnahmen der Verwaltungen zu informieren und so für die aktuelle Situation zu sensibilisieren. Für die Kommunen bietet die Zusammenarbeit auch den Vorteil, dass Erfahrungen miteinander geteilt und so Synergieeffekte geschaffen werden können. Um auf eine eventuelle Gasmangellage im Herbst und Winter vorbereitet zu sein, haben die beteiligten Kommunen einen Zweistufenplan entwickelt. Ziel ist die Senkung des Gasverbrauchs in den Kommunen, um die Gasreserven zu schonen und die Versorgung im Winter zu sichern.

Die Stufe 1 mit ersten Maßnahmen soll daher unmittelbar umgesetzt werden. Dazu zählen im Bereich der Schwimmbäder die Schließung der Saunen und Dampfbäder, das Aussetzen von Warmbadetagen sowie die Reduzierung der Wassertemperatur um ein Grad. Das Schulschwimmen sowie Schwimmkurse sollen weiterhin aufrechterhalten werden. In öffentlichen Gebäuden, in welchen es technisch und aus hygienischen Gründen möglich ist, soll die Warmwasserversorgung abgeschaltet werden. Hierzu zählen beispielsweise Rathäuser oder Sportanlagen. Mit Beginn der Heizperiode soll in den öffentlichen Gebäuden zusätzlich die Raumtemperatur auf die vorgeschriebenen Mindestwerte abgesenkt werden.

Die zweite Stufe sieht unter anderem die Schließung von Einrichtungen vor. Sie soll jedoch nur im Notfall umgesetzt werden, wenn ohne diese Maßnahmen die Gasversorgung der Privathaushalte gefährdet wäre. Auch das Einrichten von sogenannten „Wärmehallen“ ist in den Kommunen und in Absprache mit der Katastrophenschutzbehörde beim Landkreis Ludwigburg für diesen Fall angedacht. Das weitere Vorgehen der Kommunen erfolgt dabei in enger Abstimmung mit den Regelungen auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene sowie mit den weiteren Akteuren im Energiesektor, wie zum Beispiel den Netzbetreibern, den Stadtwerken und der Energieagentur des Landkreises Ludwigsburg.

Die beteiligten Kommunen rufen die Bevölkerung darüber hinaus insbesondere dazu auf, die an vielen Stellen abrufbaren Energiespartipps, beispielsweise zum effizienten Heizen, zum Warmwassersparen oder zur Reduzierung des Stromverbrauchs zu beherzigen. Eine Garantie einer jederzeitigen und vollständigen Versorgung mit Gas kann, je nach Ausprägung einer Mangelsituation, faktisch nicht gegeben werden. Vor diesem Hintergrund sollte jeder Haushalt versuchen, einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten.

Generell soll das Mobile Arbeiten in den kommunalen Verwaltungen weiter ausgebaut werden, um im Bedarfsfall den Energieverbrauch in den Rathäusern auf die zwingend erforderlichen Präsenzbereiche reduzieren zu können. Hier kann auf die vielfältigen Erfahrungen der letzten Jahre während der Corona-Pandemie zurückgegriffen werden.

Die beteiligten Kommunen bitten die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für diese Maßnahmen und die bereits in der ersten Stufe damit verbundenen Einschränkungen.