Masterplan zum Breitbandausbau vorgestellt


Dem flächendeckenden Ausbau mit Glasfasern wird von Seiten des Bundes und des Landes eine hohe Priorität beigemessen. Dadurch wird es möglich sein, den gestiegenen und weiter steigenden Bedarf an Datenverarbeitung und Datenübermittlung gerecht zu werden. Sei es im Haushalt, wo immer mehr Dienste genutzt werden, bei denen eine schnelle Datenübertragung mit großen Mengen notwendig sind, oder im Arbeitsbereich, wo weltweit riesige Daten ausgetauscht werden.
Stichworte sind auch Industrie 4.0, künstliche Intelligenz oder autonomes Fahren. Dies alles ist in Zukunft nur mit einem Glasfasernetz möglich.

Ein solches Netz ist aufwändig und muss genau geplant werden. Die Gemeinde Möglingen hat daher an einem Förderprogramm des Bundes teilgenommen, bei dem die Erarbeitung eines solchen „Masterplanes“ für die Gemeinde zu 100% bezuschusst wird. Der Plan liegt nun vor. 
Mit dem Masterplan hat die Gemeinde eine Glasfasernetz-Planung bis zu jedem Haus (FTTB) vorliegen. Der Masterplan erfasst 2.082 Gebäude mit 5.749 Wohneinheiten, 502 Gewerbeeinheiten und alle öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten, Rathaus, usw.

Ein Glasfasernetz für Möglingen würde ca. 14 Millionen Euro kosten. Enorme Kosten für einen flächendeckenden Tiefbau mit Verlegung entsprechender Rohre und Glasfaserleitungen. Dies kann die Gemeinde nicht selbst tun, wird bei dem finanziellen Aufwand deutlich. Eine Förderung durch das Land oder den Bund kann nur beansprucht werden, wenn die Übertragung in Möglingen kleiner als 30 Mbit wäre, was laut dem Breitbandatlas des Bunde nur in sehr wenigen Bereichen in Möglingen der Fall ist und wenn die Privatwirtschaft kein Interesse am Ausbau hat.

Der Masterplan gibt aber auch Auskunft darüber, welche Infrastruktur für einen Glasfaserausbau zu verlegen wäre. Zur Vorbereitung eines späteren tatsächlichen Ausbaus durch die Privatwirtschaft, können nämlich schon heute bei jeder Baumaßnahme, wenn die Gehwege aufgegraben werden, die passenden Lehrrohre oder Mikrorohrverbände mit eingebaut werden. Immer wieder werden Straßen und Wege aufgegraben, sei es bei Wasserrohrbüchen, bei der Verlegung von Stromleitung vom Dach in den Gehweg oder beim geplanten Ausbau eines Nahwärmenetzes im Löscher. So kann die Gemeinde sicher sein, dass nach dem Masterplan die richtigen Vorbereitungen getroffen werden. Ein künftiger Betreiber eines Glasfasernetzes könnte sich dann die Tiefbauarbeiten (mit den hohen Kosten) sparen und von der Gemeinde die Lehrrohre anmieten. Über einen langen Zeitraum gesehen, werden die Aufwendungen der Gemeinde also durch Vermietung wieder ersetzt werden.

Wann der Ausbau kommt, kann im Moment noch nicht gesagt werden. Wichtig ist ja nicht nur ein lokales Netz in Möglingen. Die Netze müssen auch untereinander verknüpft werden. Lokal, kreisweit und regional. Die Gemeinde, der Landkreis und die Region Stuttgart arbeiten daher gemeinsam an einer regionalen Lösung für eine gemeinsamen Ausbau des Glasfasernetzes in der Region Stuttgart.