Gemeinde Möglingen

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Solarfonds Möglingen

Geschichte

Der Solarfonds Möglingen hat seinen Ursprung in der Agenda 21, genauer gesagt in einem Arbeitskreis, der sich seit dem Jahr 2000 mit dem Thema "Energieerzeugung und ihre effiziente Nutzung" befasst. Innerhalb der Gruppe entstand sehr schnell der Wunsch ganz konkret etwas zu unternehmen und auch sichtbar an der Gestaltung der Zukunft teilzuhaben. Durch die politischen Rahmenbedingungen und das Energieeinspeisegesetz, lag es auf der Hand eine möglichst große Photovoltaikanlage zu realisieren.

Zum Glück gibt es mit der Sonnenbrunnenhalle in Möglingen auch einen ganz ausgezeichneten Standort mit optimalen Randbedingungen. Auf dem großen Flachdach der Sporthalle befinden sich 4 x 3 direkt nach Süden ausgerichtete Sheds von je ca. 13 m Länge und einer Fläche, die für etwa 40 kW Solarzellen reicht. Doch nur weil die Gemeinde Möglingen nicht lange zögerte und das Turnhallendach unentgeltlich zur Verfügung stellte, konnte für diesen vorzüglichen Standort an eine Photovoltaikanlage gedacht werden.

Von Anfang an war klar, dass es sich um eine Gemeinschaftsanlage handeln sollte. Eine solche Anlage eröffnet vielen Menschen die Möglichkeit sich mit begrenztem finanziellen Aufwand und Risiko zu engagieren. Als weiterer Vorteil kommt für die Teilhaber hinzu, dass sie weder ein eigenes noch ein nach Süden ausgerichtetes Dach benötigen. Nicht zuletzt ist eine Gemeinschaftsanlage auch sehr öffentlichkeitswirksam und fördert die Akzeptanz für diese faszinierende Technik.

Nachdem diese grundsätzlichen Umstände geklärt waren, konnte das Kernteam (F. Zeitvogel, P. Muras und T. Panke) an den unzähligen weiteren Details arbeiten. Es musste festgestellt werden, wo der nächste Einspeisepunkt ins Elektrizitätsnetz liegt, ob die Sheds tragfähig sind und welche Anlagengröße mit welchem Kapitaleinsatz in Frage kommt.
Angebote wurden eingeholt, mit dem Energieversorger verhandelt, alle möglichen Rechtsformen auf ihre Brauchbarkeit abgeklopft und Informationen von Vergleichsanlagen eingeholt.

Endlich waren genug Fakten gesammelt, um an die Öffentlichkeit zu treten. Im Frühjahr 2002 fand eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus von Möglingen statt. Etwa 10 - 15 Interessierte waren anwesend und teilweise wurden bereits unverbindliche Erklärungen zum Anteilszeichnen abgeben. Trotzdem war die Resonanz eher zurückhaltend. Bei einem angestrebten Anteilspreis von 500,00 EUR + MwSt. hätte sich zu diesem Zeitpunkt nur eine sehr kleine Anlage (viel weniger als 3kW Spitzenleitung) ergeben, die wirtschaftlich und organisatorisch nicht tragfähig gewesen wäre.

Zu den organisatorischen Überlegungen kam also jetzt noch der Zeitfaktor hinzu, um bis zum Jahresende genug Anteileszeichner zu gewinnen. Schließlich sollte die Anlage auf jeden Fall noch in diesem Jahr ans Netz gehen, damit für die nächsten 20 Jahre eine Vergütung von 48.1 Ct/kWh erzielt wird.

Also nur nicht aufgeben, bis zum Jahresende war ja noch so viel Zeit. Zunächst wurde versucht durch Mundpropaganda und Anzeigen in den Möglinger Nachrichten weitere Anteilseigner zu gewinnen. Parallel wurden alle Vereine und Gewerbetreibenden in Möglingen angesprochen. Zusätzlich wurde das Projekt bei diversen Gelegenheiten (Straßenfest, Markt) den Mitbürgern vorgestellt. Trotzdem gab es keinen Run auf die Anteile und bis Ende Juli kamen auf diese Weise nur etwa 40 Anteile zusammen. Wenn doch Euphorie und Einsatz der Aktivisten nur direkt in Anteilszeichnungen umgewandelt werden könnten!

Nach den Sommerferien wurde nochmals intensiv um Anteilszeichner geworben, wobei nun auch das Argument half, dass Mitte September der Tag der Entscheidung kommt und alle Unentschlossenen jetzt oder nie zeichnen sollten. Es war ein spannender Wettlauf mit der Zeit und erst der Endspurt brachte die Entscheidung. Ende August stand endlich fest, dass es in Möglingen auf jeden Fall eine Solaranlage geben wird. Nur die Größe war noch nicht definitiv bestimmt, sicher war nur, dass die ursprünglich anvisierten 7 kW in weiter Ferne lagen.

Anfang September wurden dann nochmals überarbeitete Angebote für die Anlage eingeholt und durch einen leichten Preisverfall keimte die Hoffnung auf etwa 6 kW. Mit dieser Vorstellung wurde dann auch die erste offizielle Versammlung des Solarfonds einberufen.

Sonnige Tage

Diese erste Versammlung verlief sehr effizient und Dank der guten Vorbereitung erfolgte die Auswahl des günstigsten Anbieters ohne große Diskussionen. Die Entscheidung fiel auf die in Möglingen ansässige Firma Wolf, da sie ein sehr günstiges Angebot unterbreitete und in der Angebotsphase sehr kooperativ agierte. Auch alle weiteren Weichen (Versicherungen, etc.) wurden gestellt und nun konnte es endlich losgehen.

Und dann gab es an jenem Abend noch eine ganz große Überraschung: In allerletzter Minute wurden scheinbar noch einige Anteile gezeichnet oder sicher zugesagt und insgesamt stand nun ein Kapital von 44.000 EUR zur Verfügung. Mit diesem Geld konnte sogar eine Anlage von 8.1 kW montiert werden. Das übertraf nach dieser spannenden Vorbereitungsphase alle unsere Erwartungen.

Doch wenn es gute Überraschungen gibt, dann auch schlechte. So war es auch in diesem Fall, denn das Stromversorgungsunternehmen hatte den Anschluss der Zählersäule, für den Erdarbeiten notwendig waren, nicht mehr für dieses Jahr geplant. Nach vielen Gesprächen unseres Vorstandes mit den Verantwortlichen des Stromversorgers konnte dann doch noch eine Einigung zu Gunsten des Solarfonds erzielt werden. Somit gab es nun wirklich keine weiteren Hindernisse und der Auftrag zum Aufbau der Solaranlage wurde wenige Tage später erteilt.

Es war kein besonders angenehmer Tag, dieser Samstag im November. Wolkenverhangener Himmel, leichter Nieselregen - kurzum wenig einladend sich im Freien aufzuhalten. Und vor allem noch weniger passend zum Aufbau einer Solaranlage ! Trotzdem fanden sich viele Helfer auf dem Dach der Sonnenbrunnenhalle ein. Zunächst wurden die Halterungen für die Solarpanel montiert und ausgerichtet. Gleichzeitig wurden 72 Solarkollektoren mit einer Förderleiter auf das Dach gehievt. Ohne diese Leiter wären wir wohl einige Stunden beschäftigt gewesen. Noch am gleichen Nachmittag wurden dann die Kollektoren durch die Firma Wolf montiert und vorverkabelt.

Alles Weitere verlief reibungslos und der letzte Akt folgte bereits am 21.November. Seit diesem Tag, 15.00 Uhr, speist der Solarfonds Möglingen Energie in das öffentliche Netz. Energie, die ohne Lärm, Abgase, Abfälle und ohne Kohlendioxid entsteht.

Seit diesem Tag ist für die Anteilszeichner jeder sonnige Tag ein perfekter Tag!

In letzter Minute: Dank der guten Zusammenarbeit mit Firma Wolf, konnten am Samstag, dem 7.12.2002 weitere 16 Module montiert werden. Zusätzliche 8 Module sind bestellt und folgen Anfang 2003. Das sind sagenhafte 10.75 kWp! Und jetzt klingt der nächste Satz wieder sehr euphorisch, aber doch realistisch: Wie gut, dass auf der Halle noch Platz für weitere Anlagen ist ;-).

Dezember 2003. Der Platz wir knapp! 50 % der verfügbaren Dachfläche ist mit Solarzellen abgedeckt, seit der Solarfonds II montiert wurde. Es handelt sich um eine 9.9 kWp Anlage, so dass nun 20.6 kWp Gesamtleistung installiert sind.

Vielleicht folgt ja bald der nächste Schritt ... .
Sollten Sie also an einer der nächsten Anlagen teilhaben wollen, nehmen Sie bitte unverbindlichen Kontakt auf!

 
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